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31.05.2021

Resistenzmechanismen bei Herbiziden und deren Praxisbedeutung kurz erklärt

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AGRIS42

Themen

Pflanzenschutz Herbizid

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Das Resistenzthema ist für viele Landwirte sicherlich kein Neuland mehr. Trotzdem lohnt es sich bei der Thematik genauer hinzusehen um zu verstehen was in der Pflanze passiert und wie man kurzfristig gegensteuern kann. In Deutschland spielen dabei bisher nur zwei Resistenzmechanismen eine wichtige Rolle und sollen deshalb im folgenden erklärt werden. Dies sind die Wirkortresistenz und die metabolische Resistenz.

Wirkortresistenz

Wirkortresistenz, oft auch wie im englischen als “Target-Site”-Resistenz oder “Punktmutation” bezeichnet, bedeutet, dass ein Herbizid seine Wirkung in der Pflanze nicht mehr entfalten kann, da sich der Wirkort verändert hat. Dies passiert über Mutationen im Erbgut (DNA) der Pflanze, die das Ziel des Herbizids in der Pflanze strukturell verändern. Diese Mutationen sind Teil von natürlichen Anpassungsprozessen. Man könnte vereinfacht sagen, dass der Schlüssel (Herbizid) nicht mehr in das Schloss (Enzym bzw. Wirkort) passt und somit einen für das Unkraut lebensnotwendigen Prozess nicht mehr unterbrechen kann, sodass es überlebt. In den letzten Jahren hat man festgestellt, dass es nicht nur eine Wirkortresistenz gibt sondern viele verschiedene die dazu führen, dass selbst Produkte innerhalb einer Wirkstoffgruppe unterschiedlich betroffen sein können. Wichtig für die Praxis ist hierbei jedoch, dass eine Erhöhung der Aufwandmenge keine Verbesserung der Wirkung bringt.

Metabolische Resistenz

Anderes als bei der Wirkortresistenz ist bei metabolischer Resistenz das auszuschaltende Ziel im Unkraut unverändert und es besteht theoretisch die Möglichkeit für das Herbizid dieses auch auszuschalten. Jedoch haben Pflanzen mit diesem Resistenzmechanismus ein verstärktes Abwehrsystem entwickelt, was es ihnen ermöglicht Fremdstoffe, wie eben Herbizide, frühzeitig zu erkennen und unschädlich zu machen. Dieses komplexe System ist jedoch Dosis-abhängig und somit besteht die Möglichkeit durch eine Erhöhung der Aufwandmenge bzw. durch eine Applikation kleinerer Stadien kurzfristig noch eine Wirkung zu erzielen. Allerdings werden die Ungräser das Rad auch weiterdrehen, bis die maximal zulässigen Aufwandmenge erreicht ist. Auch hier zeigt sich aber, ähnlich der Wirkortresistenz, dass es große Unterschiede zwischen einzelnen Produkten einer Wirkstoffgruppe geben kann.

Beide Resistenzmechanismen eint jedoch das Problem, dass Sie die Bekämpfungsmöglichkeiten für Landwirte stark limitieren. Erschwerend kommt hinzu, dass beide Mechanismen auch gleichzeitig gegen denselben oder unterschiedliche Wirkstoffgruppen vorkommen können.

In unserem nächsten Beitrag werden wir dann auf die verschiedenen Möglichkeiten der Resistenztestung sowie deren Vor- und Nachteile eingehen.

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